Ausstellungen


SHOOT! SHOOT! SHOOT! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection
21.01.2018 bis 27.05.2018

Brigitte Bardot mit blonder Mähne, Yves Saint Laurent nackt und Mick Jagger mit Pelzkapuze: Ikonen der Film-, Mode- und Musikszene, fotografiert von Superstars wie Richard Avedon, Bert Stern oder Helmut Newton, lassen in der LUDWIGGALERIE das Lebensgefühl der 1960er und -70er Jahre aufleben.

Aus der Zeit datiert die einzigartige Verbindung von verschiedenen Disziplinen des künstlerischen Ausdrucks: Party und Politik, Mode und Musik, Kunst und Körperkult werden unter anderem durch Warhols Factory und die dort vertretene New Yorker Szene ins Bild gesetzt. Warhol erhebt die Massenmedien selbst zur Kunst. Die Performance als Ausdruck des Körpers, sei es durch Musik, Tanz oder als künstlerische Aktion, erlebt eine Hochphase. Und die Mode, ihre Modelle und deren fotografische Manifestierung gelten, in dieser Zeit der schillernden Oberflächlichkeit, als gleichberechtigte Kunstform.

Die Fotografie nimmt eine unverzichtbare Rolle bei der Ausbildung des Star-Images ein und gewährt (z. T. inszenierte) Einblicke in das Privatleben. Die Beatles, ausgelassen bei einer Kissenschlacht, Twiggy als neues androgynes Supermodel und die Stars aus Hollywood spiegeln in eindrucksvollen Porträts bedeutende Momente der Zeit. Natürlich werden auch die Schattenseiten dieses Lebensstils, wie selbstzerstörerische Exzesse durch Drogen oder Alkohol, sichtbar. Die Non Stop-Vergnügungssucht der Reichen und Schönen sowie der Künstler bezeichnet Warhol selbstironisch als social disease. Feiern dient – wie vielleicht auch heute – als Ausgleich zu den politischen Krisen der Zeit.

Die Ausstellung zeigt überwiegend Schwarz-Weiss-Fotografien und besticht durch die Kombination von musealen Werken und atmosphärischen Paparazzi-Aufnahmen. Über 200 Werke aus der Schweizer Nicola Erni Collection versammeln das Who is Who der Celebrity-Gesellschaft.

In ihrem Ausdruck von Kult um die eigene Person, Sinnenfreude und Hingabe an den Moment, üben die Fotografien eine ungebrochene Faszination aus. Um mit Andy Warhol zu sprechen: „People are so fantastic, you can’t take a bad picture”.

Konzipiert wurde die Ausstellung von Dr. Ulrich Pohlmann, Stadtmuseum München/Sammlung Fotografie, und Ira Stehmann in Zusammenarbeit mit der Nicola Erni Collection.


Maik Wolf – Nukuhiva Map Im Kabinett: Cornelia Schleime – Seidenspinnerei
04.02.2018 bis 22.04.2018

In seiner Reihe PARALLEL – Der Kunstverein zu Gast in der LUDWIGGALERIE zeigt er in der Panorama Galerie den Künstler Maik Wolf und im Kabinett die Künstlerin Cornelia Schleime.
Maik Wolf greift in seiner Kunst ganz selbstverständlich auf vergangene künstlerische Konzepte zurück, um Neues zu schaffen. Seine Arbeiten wechseln zwischen den Einflüssen der Neuen Sachlichkeit und des magischen Realismus. In der Ausstellung mit dem Titel „Nukuhiva Map“ verschränkt er zusammengehörige Architekturen, Schilder und Fassaden, verdreht und verschraubt sie, steckt und türmt sie auf. Inmitten nüchtern gestimmter Landschaften harren diese malerischen Bildkonstrukte und scheinen im Gegenlicht der Farbgründe die Zeit anzuhalten. Diese Bilder und die in ihnen aufscheinenden Welten sind Erfindungen und bruchstückhaftes Erträumtes, das nur langsam einen Sinn ergibt. Sie sind vor allem grandiose Bühnen- und Projektionsräume und imposante Kulissen, die ihre Geschichte noch finden müssen.

Cornelia Schleimes Bilder spielen mit der Faszination des Geheimnisvoll – Widersprüchlichen. Durch ihre Figurenmalerei hebt sie die Grenzen zwischen äußerer und innerer Welt auf. „Halt gibt mir das Unvorhersehbare,  Irrationale, Fragile, Zufällige, Eruptive“, sagt sie. Genau diese Fähigkeit, alternative Realitäten, verunsichernde, irritierende Gefühle, mögliche aber ungewöhnliche, noch nicht erfahrene Lebensbereiche aufzuweisen, steht im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens. In ihrer aktuellen Reihe „Seidenspinnerei“ verwendet Cornelia Schleime erstmalig als Bildträger statt Papier Seide. Diese neue technische Variante hat sie während eines Aufenthaltes auf den kanarischen Inseln für sich entdeckt. Prägend für den Gesamteindruck dieser Bilder ist der transparente Farbauftrag, der die Zartheit des Materials nicht gänzlich überdeckt, sondern in ihrer Stofflichkeit und Haptik sichtbar und erfahrbar macht.

Die Ausstellungen entstehen in Zusammenarbeit mit der Galerie Michael Schultz, Berlin.