Ausstellungen


Simon Schwartz – Geschichtsbilder. Comics & Graphic Novels In Kooperation mit dem Angermuseum Erfurt
22.09.2019 bis 19.01.2020

Der Hamburger Zeichner Simon Schwartz ist mit seinem Debüt drüben!, der autobiografischen Erzählung der Ausreise seiner Eltern aus der DDR, bekannt geworden. In berührenden Bildern erzählt er in großer Dichte die emotionalen, wie die praktischen Probleme einer solchen Ausreise, die auch vor Brüchen in der eigenen Familie nicht Halt machen. Zum Teil aus der Perspektive des Kindes dargestellt, wird einfühlsam eine schwierige Lebensentscheidung geschildert. Mittlerweile hat Schwartz ein umfangreiches und breit angelegtes Œuvre geschaffen, das in dieser Ausstellung mit seinen verschiedenen Facetten vorgestellt wird.

Dabei zeigt sich, dass Schwartz zu den wichtigsten Zeichnern und Autoren seiner Generation gehört. Geschichten mit historischem Hintergrund, wie die umfangreichen Graphic Novels Packeis und IKON gehören ebenso zu seinen Spezialitäten wie das Erzählen auf einer Seite bei den Sammlungen in den Bänden Vita Obscura und Das Parlament. Immer begleiten intensive Recherchen seine Arbeit und seine GESCHICHTSBILDER werden nicht nur in eindringlicher Sprache, sondern vor allem in eindrücklichen Bildern erzählt. Schwartz ist ein Meister der Seitentektonik und findet für jede seiner Biografien die passende Aufteilung.

Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Angermuseum in Erfurt – dem Geburtsort Simon Schwartz‘ – entstanden ist, stellt in der LUDWIGGALERIE erneut einen der renommierten deutschen Comic-Zeichner vor.

Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Kulturpartner ist WDR 3. 


WALTER DOHMEN. Linien und Flächen - Präsentation der Neuzugänge
17.11.2019 bis 19.01.2020

Mit Walter Dohmen stellt die LUDWIGGALERIE in ihren Neuzugängen einen der wichtigsten deutschen Künstler im Bereich der grafischen Künste vor.

Ein knapp 50 Arbeiten umfassendes Konvolut konnte dank der Unterstützung durch den Lions Club Oberhausen-Glückauf und einer überaus großzügigen Schenkung des Künstlers in den Bestand des Oberhausener Kunstbesitzes übernommen werden.

Die Auswahl umfasst frühe Arbeiten aus den 1970er Jahren, wie das Mädchen mit Zopf und Schleife bis hin zu aktuellen Werken. Dabei sind diverse grafische Techniken vertreten: vom Hochdruck wie dem Holzschnitt über den Flachdruck der Lithografie bis zum Tiefdruck des Kupferstiches und den verschiedenen Ätzverfahren von Radierung und Aquatinta.

Dohmen, der 1982 ein bis heute gültiges Lehrbuch zur Lithografie und 1986 eines über den Tiefdruck geschrieben hat, gilt als ausgesprochener Kenner komplizierter grafischer Techniken. Seine Experimente mit resistenten Tuschen führen zu malerischen Ergebnissen. Seine Blätter im Verfahren des Chine Collé, in dem ein sehr dünnes asiatisches Papier (meistens hergestellt aus den Fasern des Maulbeerbaumes) mit eingebracht wird, bringen – wie bei der Frau mit Reisig – ungewöhnliche Farbigkeiten in die Werke ein. Blattgold kann ebenfalls zu den Kombinationsstoffen gehören. Auch das üblicherweise eher kleine Format der Grafik wird von ihm verlassen, wie es die Sechserserie der Kauernden zeigt.

Der Kupferstich, ein Tiefdruckverfahren, das im 15. und 16. Jahrhundert mit Künstlern wie Martin Schongauer und Albrecht Dürer seinen Höhepunkt hatte, wird von Dohmen aktualisiert. In erstaunlicher Weichheit und Bewegung gräbt er mit dem Stichel den Metallspan aus der Kupferplatte und gibt Darstellungen eine Geschmeidigkeit, wie sie vorher in diesem Verfahren nicht gekannt wurde.


Fotografin unter Musikern
20.01.2020 bis 03.05.2020

Als die Amerikanerin Linda Eastman (1941–1998) Mitte der 1960er Jahre zu fotografieren beginnt, gerät sie unmittelbar in die Szene von Rock und Pop. Eine Presseeinladung öffnet ihr die Türen zu der Promotionparty der Rolling Stones auf der SS Sea Panther auf dem Hudson River. Hier beginnt ihre ungewöhnliche Karriere. Außerdem trifft sie die Beatles und damit ihren späteren Ehemann Paul. Sie beobachtet die Entstehung des berühmten Covers zu Abbey Road und gibt intimen Einblick in das Familienleben der McCartneys.
Aber vor allem ihre Bilder der großen Musikstars der späten 1960er Jahre prägen bis heute unser Bildgedächtnis. Janis Joplin und Jimi Hendrix, Nico und Brian Jones, The Doors und The Who, Aretha Franklin und Bob Dylan werden von ihr in selbstverständlicher Natürlichkeit ins Bild gesetzt. Die Ausstellung zeigt mit den Fotos aus den Sixties eindringliche Momente dieser intensiven musikalischen Ära.
Zusätzlich zu den Fotografien wird dem Thema der Musik und seiner bildkünstlerischen Ausformung nachgegangen. Der Gestaltung von Plattencovern ist ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet. Ikonische Designs wie Hipgnosis‘ The Dark Side of the Moon für Pink Floyd, Klaus Voormanns Revolver für die Beatles oder Andy Warhols Sticky Fingers für die Rolling Stones haben heute Kultstatus. Ein eigens für die Ausstellung zusammengestellter Soundwalk ermöglicht, musikalisch in die Zeit der Sechzigerjahre einzutauchen.
Linda McCartney hat neben ihren Fotos aus dem Bereich der Musik auch auf all ihren Reisen die Kamera mitgenommen. Ihre Roadworks zeigen ausdrucksvoll die Beobachtungen von Menschen und Räumen. Und schließlich ist McCartney im experimentellen Bereich kreativ geworden. Als Sunprints werden die durch das Tageslicht belichteten Bilder bezeichnet, die vom Stillleben bis zum Porträt reichen. Die Ausstellung wurde erarbeitet mit Fotografien aus der Sammlung Ina Brockmann und Peter Reichelt, die Anfang der 1990er Jahre ihre Kollektion in Kooperation mit Linda McCartney zusammengestellt haben.

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