Ausstellungen


Ruhrgebietschronist trifft Kulturlegende. Rudolf Holtappel und Walter Kurowski - Eine foto_grafische Begegnung
23.01.2022 bis 08.05.2022

Rauchende Schlote, Industriewüsten, streikende Arbeiterinnen und Arbeiter: zahlreiche Themen des Ruhrgebiets finden und begegnen sich in der Fotografie, Malerei und Grafik von Rudolf Holtappel und Walter Kurowski. Seit 2017 bereichern die beiden künstlerischen Nachlässe die Sammlung der LUDWIGGALERIE, wurden retrospektiv bereits einzeln präsentiert und stehen sich nun erstmalig in einer gemeinsamen Ausstellung direkt gegenüber.

In eigenen monografischen Räumen werden zusätzliche die zentralen Themenschwerpunkte der beiden Künstler gezeigt. Die gesamte künstlerische Breite Rudolf Holtappels wird durch die Motive der Warenhausfotografie, Theateraufnahmen und Industriekulissen präsentiert. Plakate, Karikaturen und Zeichnungen demonstrieren den künstlerischen Schwerpunkt von Walter Kurowski.

Der Ruhrgebietschronist Rudolf Holtappel (1923–2013), legt 1950 seinen Meister in der Fotografie ab und arbeitet danach als freier Fotograf und Bildjournalist. Der Wahl-Oberhausener prägt mit seiner Bildsprache jahrzehntelang das visuelle Erscheinungsbild des Warenhauskonzerns Karstadt (1964-1995), sowie zahlreicher Industrieunternehmen an Rhein und Ruhr darunter Henkel (1974-2002), das Theater Oberhausen in der Ära Büch (1961–1970) und Ära Weise (1992–2003) und von Stadtbildbänden namhafter Verlage (Carl Lange Verlag/Mercator-Verlag).

Walter Kurowski (1939–2017) bewegt als Kulturlegende und einziger Oberhausener Stadtkünstler über 50 Jahre lang die künstlerische und musikalische Szene der Stadt und malt und zeichnet sich so in ihr Gedächtnis. Der prämierte Absolvent der Folkwangschule kämpft mit seiner Kunst als einer der deutschlandweit wichtigsten Karikaturisten in den 1970er und 1980er Jahren an der Seite der ArbeiterInnen für Frieden und Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Als Plakatgestalter erhält er jahrzehntelang Aufträge für Kulturveranstaltungen, politische Organisationen und Gewerkschaften.


Manfred Vollmer - ausgelöst. Fotografien von 1968 bis heute
06.02.2022 bis 15.05.2022

„Mein Revier ist das Revier“ lautet für Jahrzehnte das Motto des in Essen lebenden Fotografen Manfred Vollmer. Und doch geht sein Interesse und seine fotografische Arbeit sehr viel weiter. Bereits das erste große Projekt, seine Abschlussarbeit an der Folkwangschule in Essen, führt ihn Ende der 1960er Jahre nach Italien, wo er die ungewöhnlichen Gebräuche zu einheimischen Kirchenfesten mit der Kamera festhält. Seit 1970 arbeitet er als freier Fotograf vor allem für Wochen- und Tageszeitungen und Gewerkschaften. Seine Arbeit ist – und dies sieht man bis heute – so überzeugend, dass er dafür ausgezeichnet wird. 1978 reist er in die Bretagne, um als Bildreporter über die Ölpest zu berichten, die die Havarie des amerikanischen Tankers Amoco Cadiz angerichtet hat. Dafür erhält er 1979 den ersten Preis beim World Press Photowettbewerb in der Kategorie „News Picture Stories“.

Doch sind tatsächlich seine Fotografien aus dem Ruhrgebiet, seine teilnehmenden Reportagen über Arbeitskämpfe in den 1980er Jahren, seine Begleitung von Arbeitern und Arbeiterinnen in den verschiedenen Branchen oder die Anteilnahme an den Lebensbedingungen der sogenannten Gastarbeiter das wohl prägendste Element seines Werkes. Als das Ruhrgebiet 2010 Kulturhauptstadt wird, trägt er mit seinen zum Teil monumentalen Bildern zu einem neuen Image des Ruhrgebietes bei und schafft Ikonen, die bis heute für den Struktur- und Kulturwandel der Region stehen.

Die LUDWIGGALERIE widmet diesem wichtigen Bildfinder nun eine überblickende Werkschau.

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