Ausstellungen


Rudolf Holtappel – Die Zukunft hat schon begonnen
10.05.2020 bis 06.09.2020

Ruhrgebietschronist Theaterdokumentarist Warenhausfotograf Eine fotografische Werkschau von 1950–2013

 

„Grau – nur dreimal im Jahr eine klare Sicht“ so beschreibt Holtappel das Ruhrgebiet und fotografiert weiße Wäsche vor rauchenden Schloten, inszenierte Dramen auf Theaterbühnen und konsumierende Menschen im Warenhaus. Landschaftsaufnahmen, Architektur- und Städteportraits entstehen für zahlreiche Bildbände. Abgebildet werden die Industrie und der Mensch bei der Arbeit oder in seiner Freizeit. Neben Momentaufnahmen mit präziser Beobachtung zeigen seine Bilder Inszenierungen bei der Studiofotografie von Objekten zu Werbezwecken ober aber bei der Bühnenfotografie und den Künstlerportraits. Über Jahre hinweg arbeitet er für Henkel und Karstadt und prägt durch sein fotografisches Werk die Darstellung der Unternehmen entscheidend mit. Unter den weiteren Auftraggebern finden sich der WDR, die WAZ oder Bull General Electric. Zahlreiche Fotografien werden von Holtappel mit Titeln versehen, die zum Schmunzeln anregen, wie „Die Zukunft hat schon begonnen“. Seine Titel sind skurril und experimentell, wie auch sein Umgang mit alten Edeldruckverfahren (Bromöldrucke, Cyanotypien und Salzprints) oder mit Kameramaterial von „Gabys Minolta“.

 

Erstmalig ermöglicht die Werkschau einen umfassenden Einblick in die Vielfalt von Rudolf Holtappels (1923-2013) Schaffen. Über 50 Jahre lang nennt Holtappel Oberhausen seine Heimat. Die Stadt Oberhausen hat 2017 seinen Nachlass erworben, der in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen bewahrt wird. Ausgangspunkt der Ausstellung bildet sein chronologisches Archiv bestehend aus etwa 360.000 Negativen in schwarz-weiß und Farbe.


Die Sammlung O. Alte Schätze – neue Wünsche
17.05.2020 bis 06.09.2020

Der Kunstbesitz der Stadt Oberhausen - PATENSCHAFTEN GESUCHT

 

Die LUDWIGGALERIE nennt einen kleinen Kunstschatz – Die Sammlung O. – ihr Eigen. Werke aus diesem Bestand werden immer wieder in die aktuellen Ausstellungen, vor allem in die großen Themenausstellungen, integriert. Außerdem wird ständig an der Erweiterung des Oberhausener Kunstbesitzes gearbeitet. So wurden Nachlässe ans Haus geholt, wie das zurzeit gezeigte fotografische Werk Rudolf Holtappels oder das künstlerische Vermächtnis von KURO, alias Walter Kurowski. Aktuell ist die Sammlung durch die Kombination aus Ankauf und Schenkung der Arbeiten von Walter Dohmen durch den Lions Club Oberhausen-Glückauf, die Schenkung von Grafiken durch Wolfgang Wissing und die Überlassung von eigenen Malereien durch Dirk Hupe um gleich drei wichtige Konvolute erweitert worden. Diese Schenkungen sind in der Präsentation in Auszügen zu sehen.

Auch in der laufenden Arbeit versucht die LUDWIGGALERIE, den Kunstbesitz der Stadt Oberhausen kontinuierlich zu vergrößern. Engagiertester Förderer in diesem Bereich ist der Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Zahlreiche Werke konnten dank der großen und großzügigen Unterstützung des Oberhausener Fördervereins erworben und gezeigt werden.
Um diese Praxis weiter ausbauen und durchgehend weiterführen zu können, suchen wir Patinnen und Paten für weitere Ankäufe.

Auf einer Wand der Wünsche haben wir die Werke versammelt, für die wir uns Förderung erhoffen. Dabei reicht die Höhe einer Patenschaft von 50 bis 1500 €. Auch Spenden sind uns selbstverständlich willkommen. Wer eine Patenschaft übernimmt, wird zukünftig immer – falls gewünscht – in Verbindung mit dem Werk genannt. Es sind einige Arbeiten dabei, die wir sehr gern für die Hauptausstellung im nächsten Jahr erwerben würden. Die Ausstellung All about shoes beschäftigt sich mit der Fußbekleidung und ihrer Reflexion in der Kunst. Auch wenn wir aufgrund der aktuellen Situation keine Veranstaltungen durchführen können, hoffen wir sehr auf Unterstützung von Menschen, die der LUDWIGGALERIE nahe stehen oder dies zukünftig sein wollen.

Interessierte können sich per Mail über die Adresse ludwiggalerie@oberhausen.de an uns wenden oder an der Kasse, im Shop oder am Infopunkt persönlich und vor Ort eine Patenschaft übernehmen.
In ungewöhnlichen Zeiten ist gerade die Kunst auf Unterstützung angewiesen. Wir hoffen sehr auf eine rege Teilnahme an dieser Aktion und freuen uns auf die neuen „Bestände“ für die LUDWIGGALERIE.
Bekanntes und Unbekanntes wird Sie begeistern.

Die Ausstellung wird gefördert vom Freundeskreis der LUDWIGGALERIE. Kulturpartner ist der WDR 3.


Der Kunstverein zu Gast in der LUDWIGGALERIE
21.06.2020 bis 13.09.2020

PARALLEL - Dieter Nuhr, Ferne und Dauer. Im Kabinett: Bahar Batvand, Akzidenz

 

Dieter Nuhr arbeitet als Künstler auf verschiedenen Plattformen: Er ist Satiriker, Autor und bildender Künstler. Nach einem Kunststudium mit Schwerpunkt Malerei widmet er sich heute der konzeptuellen Fotografie. Reisend erkundet er die Welt, dokumentiert abseitige Welten, verwandelt sie in Bilder und schafft so ein Archiv unbeachteter Orte und Dinge. Seine detaillierten Beobachtungen mit der Kamera machen Gegenstände sichtbar, die meist eher ungesehen bleiben. Nuhrs Werke sind zwar im technischen Sinne Fotografien, wirken aber in erster Linie malerisch. Sie zeigen ihr Motiv frontal und in großer Klarheit, beeindruckend durch Farbklang und Bildkomposition. Der oft auf den ersten Blick wenig bildwürdig erscheinende Bildgegenstand erfährt durch seine Erhebung zum Motiv eine neue, würdevolle Existenz.

Bahar Batvand ist gebürtige Iranerin und hat an der Freien Islamischen Universität Teheran Malerei studiert. Nach ihrer Einreise nach Deutschland im Jahr 2000 begann sie ein Bühnenbild-Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo sie als Meisterschülerin bei Prof. Karl Kneidl abschloss. In den Werken Batvands steht das Material wie ausrangierte Möbelstücke und Schrottteile und dessen immanente Beschaffenheit im Mittelpunkt. Sie bricht die Oberflächen der Gegenstände auf, setzt sie der Witterung aus und etabliert auf diese Weise eine neue Substanz, einen neuen Inhalt.

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